Medizinisch Ästhetisches Zentrum Wien

 











Permanent Make Up

Auch wenn der Begriff „Permanent Make up“ noch so weiblich erscheint, ist unser heutiges Kapitel nicht nur den Frauen, sondern auch den Männern gewidmet.

Sogar Georg der V. von England besaß mehrere Körperzeichnungen, es kann also niemand behaupten, dass diese Behandlung nicht fein genug für ihn wäre. Zugegeben, die voll tätowierten Ballermann-Strandbeispiele könnten kleine Unsicherheiten hochkommen lassen, die Methode selbst ist aber altbewährt und voll stolzer Tradition. permanent Make Up

Die Ägypter haben sich schon 2000 Jahre vor dem Bau ihren Pyramiden mit der dauerhaften Schminkmethode beschäftigt. Etwas schmerzhafter als heute wurde die Haut damals mit spitzen Hautstäbchen angeritzt, und in die Vertiefungen Erd- oder Pflanzenfarben eingebracht. Und nicht nur die Ägypterinnen schätzten die Methode, sogar die Pharaonen ließen sich auf diese Weise tätowieren. Auch die Majas, Azteken und Inkas haben die Technik der dauerhaften Farbzeichnung gekannt und in Verbindung mit alten Riten oder als Kennzeichnung des Ehestatus angewandt. Völlig verständlich also, wenn Melanie Griffith ihren Antony Banderas als Herz mit Schrift am Oberarm trägt. Es signalisiert nach alter Tradition: „er ist mein für immer und ewig“, was in der heutigen Zeit mit einer Scheidungsrate von 1:3 auch die Frage nach den Entfernungsmöglichkeiten aufkommen lässt.

Aber zurück zur Geschichte. Vorerst waren die alten Polynesier für die Weiterverbreitung der Tattoos verantwortlich, die Methode wurde von den Chinesen aufgenommen und in ihren Kulturkreis übernommen. Erst im 20. Jahrhundert hat die westliche Welt die alte Technik, Farbpigmente unter die Haut zu bringen, wieder entdeckt.

Im Gegensatz zum Tattoo werden beim Permanent Make up (PM) statt intensiver Tintenfarben, Pigmentfarben in die höheren Hautschichten gebracht. Während Tattoos ein ganzes Leben lang halten, so wird das PM mit der Zeit blasser und sollte nach ein paar Jahren erneuert werden.
Interessieren Sie sich für eine dichtere, ausdrucksstärkere Augenbraue, so werden die Farben je nach Wunsch, Teint und Haarton vom Spezialisten zusammengestellt, die neue Form vorgezeichnet, und die ausgesuchten Farben mittels unzähliger winziger Stiche eines Präzisionsgerätes in die oberste Hautschichte implantiert. Der Eingriff wird mit sterilen Nadeln durchgeführt und ist kaum spürbar, da während der Behandlung immer wieder lokale Schmerzmittel mit einem Pinsel aufgetragen, oder bei sehr Empfindlichen vor der Behandlung in die Haut gespritzt werden.

Mit dieser Methode können Haare so naturgetreu nachgezeichnet werden, dass Wimpern, Augenbrauen oder auch der Kopfhaaransatz dunkler und jugendlicher aussehen. Bei Männer und Frauen kann ein schütterer Haarwuchs viel dichter wirken, indem man den hellen Haarboden dunkel grundiert. Vitiligo (helle Hautareale mit Pigmentverlust) oder weiße Narben fallen weniger auf, wenn man sie mit der passenden Hautfarbe überdeckt. Nach Brustoperationen oder Verletzungen kann ein neuer Brustwarzenhof rekonstruiert, nach Unfällen z.B. in der Augenregion ein neuer Wimpernkranz pigmentiert werden. Dünne Lippen mit wenig Lippenrot können zu natürlichen vollen Lippen gewandelt werden, indem zuerst die gewünschte größere Lippenkontur gezeichnet, und anschließend der neue, noch helle Lippenrand mit passender Lippenfarbe aufgefüllt wird.

Beim PM geht es aber nicht nur darum, ein ausdrucksvolleres und besseres Aussehen zu erreichen, sondern auch, dem Betroffenen das zeitraubende An- und Abschminken zu ersparen. Für eilige Berufstätige, für starke Schwitzer und Sportler, bei denen Make up nicht lange hält, für Brillenträger, die in der Nähe ohne Brille schlecht sehen oder für diejenigen mit unruhigen Händen oder mangelnder Schminkerfahrung ist das PM eine angenehme Lösung.

Wie bei allen dauerhaften Eingriffen stellt sich jedoch die Frage, was man macht, wenn die neue Lippenfarbe nicht gefällt, oder die in den Oberarm eingeritzte Partnerin längst nicht mehr die Aktuelle ist? Zwar gibt es moderner Lasertherapien und PM Nadel-Kratztechniken, mit denen die Farbe aus der Haut gelöst wird, im schlimmsten Fall können aber immer zarte Narben zurückbleiben. Leichter ist es, Farbtöne zu ändern, da die heutigen Farben schon sehr stark deckend sind. Mit jeder zusätzlichen Farbschichte kann das Pigmentierte sogar dichter, angepasster und damit natürlicher wirken.

Nur die Männer, die früher ihre Angebetete unter die Dusche gelockt, oder neckisch in den Swimmingpool geworfen haben, um zu schauen, wie hübsch die perfekt Geschminkte ohne ihrem Make up aussieht, haben in den modernen Zeiten das Einsehen.
Heute halten durch PM aufgedickte Schmoll-Lippen, oder durch permanenten Lidstrich ausdrucksstarke Riesenaugen jedem Wasserbad stand. Und trotz abendlichen Abschminkens liegt auch am nächsten Morgen noch eine Beauty neben ihnen. Permanent.

© Dr. Doris Grablowitz


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