Gesichtsmodellierung von Ohren und KinnPrinz Charles und Ex - Außenminister Hans Dietrich Genscher tragen
ihre abstehenden Ohren mit Würde. Das Großohr, der Schauspieler
Will Smith sagt sogar über sich: Wenn Du große Ohren
hast, vertrauen Dir die Leute und finden Dich lustig. Das war schon
bei Mickey Mouse und Goofy so. Wenn die beiden nicht so große
Ohren gehabt hätten, wären sie nie etwas geworden. Aber viele Menschen sehen das anders. Da die Hänselein über Dumbo- und Segelohren schon im Kindesalter beginnen, leiden die Betroffenen oft jahrelang. Erst vor ein paar Tagen hat mir eine Leserin geschrieben, dass sie ihre großen abstehenden Ohren Tag und Nacht so geschickt unter einer Langhaar Frisur und einem Haarband versteckt, dass nicht einmal ihr Lebensgefährte bis jetzt den Makel gesehen hat. Als Kind wurde ich jahrelang veräppelt und ausgelacht, schreibt sie, und ich zittere vor dem Augenblick, ja, ich würde sterben vor Scham, wenn mein Freund oder die Umgebung entdeckt, wie meine Gesichts-Silhouette in Wirklichkeit aussieht. Lange braucht sie ihre Ohren nicht mehr zu verstecken, denn Sie hat sich zu einer Otoplastik (=operatives Anlegen der Ohren) entschlossen. Für diesen Eingriff wird einerseits ein spindelförmiges Areal hinter dem Ohr ausgeschnitten, andererseits die Architektonik der Ohrmuschelknorpel umgebaut. Der Eingriff wird normalerweise in lokaler Betäubung, nur bei ganz kleinen Kindern mit oberflächliche Narkose, durchgeführt. Auch eine Unterentwicklung oder ein komplettes Fehlen der Ohren oder des Kinns kann Depressionen hervorrufen, weil das Profil des Gesichtes nicht mehr stimmt. Die ersten Berichte von Epithesen (=künstliche Gesichtsteile) finden sich bereits zur Zeit der Pharaonen, in der fehlende Ohren aus Wachs nachgeformt wurden. Aus dem 16. Jahrhundert sind uns Zeichnungen des Chirurgen Pare bekannt, der Kinnprothesen mittels Federn um den Kopf, und Ohrenprothesen mit Federn im Hohlraum verankerte. Reiche konnten sich Epithesen aus Gold und Silber leisten, die mit hautfarbenem Wachs überzogen waren, arme Leute nur welche aus Pappe oder gar keine. Ab Ende des 18. Jahrhunderts wurden sogar Porzellanmasse, Kautschuk und Gelatine als Kinnersatz verwendet. Heute haben wir, Dank unserer ästhetischen Medizin, bessere Methoden, um die Gesichtskontur neu zu gestalten. Bei vorstehendem Kinn (=Hypergnathie) wird entweder eine Kieferkorrektur mit einer Zahnspange, oder eine Abschleifung des Knochens empfohlen. Ist das Kinn zu klein (=Hypognathie, fliehendes Kinn), kann es mit Implantaten, wie festere Kunstoffteile, weiche Silikonkissen, Gortexeinlagen, oder mit Knorpelstückchen aus der Nase für immer aufgepolstert werden. Der Eingriff dauert ca. eine halbe bis eine Stunde, und wird nur in lokaler Betäubung, bei Wunsch im Dämmerschlaf, durchgeführt. Etwas einfacher, aber dafür nicht so exakt, ist das Auffüllen
des Kinnes mit einer Füllsubstanz aus der Spritze. Dafür eignen
sich Eigenfett, Kollagen und Hyaluron, aber auch fixe Substanzen wie
Hydrogele oder nicht permanenten Materialien mit Zusatz von Acrylpuderstaub. Vergessen wir zuletzt nicht das Doppelkinn, das eine harmonische Gesichtkontur komplett verderben kann. Mit zarten Spezialkanülen wird das Fett abgesaugt und so ein schönes rundherum erneuertes Kinnprofil modelliert. © Dr. Doris Grablowitz |
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