Gewichtsreduktion
Der Weg zur Idealfigur
Bereits vor zweieinhalb Jahrtausenden fasste der antike Bildhauer Polyklet
seine Vorstellung vom perfekten Körper in einer Schrift mit dem
Titel "Kanon" zusammen und verwirklichte sie in einer Statue,
die er auch Kanon nannte. Sie galt nicht nur in den späteren
Generationen als vorbildliches Muster, selbst die Idealfiguren der heutigen
Models oder Comicfiguren liegen noch immer Polyklets Kanon zugrunde.
Das Idealisieren des perfekten Kanon-Körpers zog sich durch die
Jahrhunderte durch, wenn die Formen auch etwas variierten. In der Ära
Rubens wurden sie etwas dicker, in unserem Jahrhundert des Schlankheitswahns
in dünner Ausführung präsentiert.
Kein Wunder also, dass auf die Frage: Finden Sie, dass sie eine
Idealfigur haben? 90 % der Angesprochenen mit einem klaren Nein
antworten. Versuchen Sie es in Ihrem Bekanntenkreis! Keiner ist zufrieden.
Die Jugendlichen wissen ihre straffe Haut noch nicht zu schätzen,
die 45 kg -Models sind in Wirklichkeit jedem normalen Mann zu wenig
griffig, und ab 35 beginnt die Brust zu hängen oder der Schwimmreifen
zu wachsen. Laut Statistik ist außerdem jeder zweite Deutsche/Österreicher
zu dick, jeder fünfte gilt als zu fett, und kaum einer bekommt
es in den Griff. Als Ursache dafür gelten ungezügeltes Essverhalten,
erbliche Vorbelastung, psychische Störungen und Bewegungsmangel.
Da Abnehmen bekanntlich nicht im Bauch, sondern im Kopf beginnt, wäre
das beste Konzept warme Südseesonne, Meeresluft, Kokospalmen und
eine heiße Liebe. Gefällt jedem und ist garantiert erfolgreich,
aber im Alltag leider schlecht durchführbar. So müssen wir
auf
Abnehme-Versprechen von Quellmittel, Schlankheitstropfen, Krautsuppenwochen,
Apettitzügler, Schlaf-Dich-schlank-Kuren, oder Hungerdiäten
bauen, die zwar vorrübergehende Hoffnung, aber auf Dauer wenig
Erfolg bringen. Das gleiche gilt für Kalorien-Diäten, denn
wenig Kalorien reduzieren auch die Gesamtenergie.
Mehr Aufmerksamkeit sollten wir auf die Verteilung von Fett und Kohlehydrate
legen, denn der goldene Grundsatz heißt: wenig Fett (pflanzlich),
dafür viele sättigende Kohlehydrate (Kartoffeln, Nudeln, Reis
und Vollkornprodukte), mehr fettarme Eiweißprodukte, viel Obst
und Gemüse, 2-3l Flüssigkeit und optimale Bewegung.
Aber auch der Sport hat seine Tücken. Gerade beim härtesten
Training, wie Marathon oder Radrennen wird kein Fett abgebaut, weil
nicht der Fett-, sondern nur der Kohlenhydratstoffwechsel angekurbelt
wird. Fett wird nur dann verbraucht, wenn man kontinuierlich und ausdauernd
(Pulsfrequenz im Schnitt 130) sein Training durchhält. Sport hat
zudem einen positiven Einfluss auf unser Appetitverhalten, bewirkt die
Ausschüttung von Endorphinen (Glückshormone) und
hilft Stress abzubauen. Übrigens - es muss nicht immer das teuerste
Fitness-Studio sein, billiges Treppensteigen ist einer der besten Fettkiller.
Immer wieder fragen Patientinnen nach der Hormonspritze zur Gewichtsabnahme.
Diese hormonelle Gewichtsreduktion wird vom Arzt geleitet und mit 24
Schwangerschaftshormon - Injektionen innerhalb von 2 Monaten und einer
begleitenden 500 Kaloriendiät durchgeführt. Zusätzlich
kann auch noch das Wachstumshormon HGH beigegeben werden, das die Haut
strafft, Fett ab-, und Muskelgewebe aufbaut.
Die Hypnose ist eine weitere interessante Therapie für sowohl
Über- als auch Untergewichtige. Der Therapeut kann zum Beispiel
mit Hilfe eines Fotos aus guten Tagen dem Patienten suggerieren, dass
er zukünftig wieder genau so gut proportioniert sein wird. Meistens
funktioniert es. Der Erfolg kann aber nur von Dauer sein, wenn der hintergründige
Konflikt, der immer vorhanden ist, aufgedeckt wird.
Für die ganz Dicken, die schon erfolglos hunderte Diäten
versucht und eben so viele Kilos ab- und wieder zugenommen haben, gibt
es das Gastric banding: Im Krankenhaus wird bei Vollnarkose
ein verstellbares Band um den Magen geschlungen, damit der Patient nur
mehr geringe Essmengen aufnehmen kann, und trotzdem ein hohes Sättigungsgefühl
besitzt.
Psychologische Betreuung und Diätberatung werden dazu angeboten.
Ab einem Body-Mass-Index (Größe zum Quadrat: Gewicht in kg)
von 35 mit zusätzlich schweren Übergewicht-Begleiterscheinungen
wie Diabetes, Hochdruck, Gelenksschäden oder Herz-Kreislaufbeschwerden,
bezahlt die Krankenkasse den Eingriff.
Zu jedem Idealfigur Konzept können Magnetknöpfchen unterstützend
auf bestimmte Abnehme-Punkte des Körpers geklebt, und
bei großem Esswunsch gedrückt werden, um den Appetit zu reduzieren.
Wem nicht das Gewicht, sondern seine Proportionen unglücklich
machen, der kann auf eine Fettabsaugung zurückgreifen. Nur mit
lokalem Schmerzmittel (Nassmethode) werden Doppelkinn, Bauch, Schwimmreifen,
Reiterhosen und vieles anderes innerhalb von 1-3 Stunden entfernt. Aber
erst, nachdem das Idealgewicht, mit dem man zufrieden leben kann, erreicht
wurde. Denn Fettabsaugen ist kein Schlanksaugen.
Diejenigen, die nur 1-2 cm am Bauch, Po oder Oberschenkel kritisieren,
können sich diese mit der Vakum- Silklight-Therapie wegwalzen lassen.
Zuletzt die zweite goldene Regel: Ihre Idealfigur soll nicht vom Partner,
der Umgebung, oder den Medien bestimmt werden, sondern nur von Ihnen
selbst. Es ist Ihr Körper, mit dem Sie leben, und in dem Sie sich
wohlfühlen sollen.
© Dr. Doris Grablowitz
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