Medizinisch Ästhetisches Zentrum Wien

 











Medizinische Cremen als Jungbrunnen

1972 machten zwei Amerikaner, Van Scott und Yu, eine sensationelle Entdeckung. Massiert man die Säure des Zuckerrohres (= Glycolsäure ) in die Haut ein, wird nicht nur die oberste Hautschichte geschält, sondern auch in den tieferen Schichten neues Kollagen gebildet.
Der Grund lag an den Molekülen, also den kleinsten Teilchen der Zuckerrohrsäure, die so klein waren, dass sie bis in die Kollagenschichte vordringen konnten.

Van Scott und Yu mussten zwar noch weitere 10 Jahre an ihrer Entdeckung arbeiten, aber als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit gingen, schien eine neue Schönheitsära geboren.
Ganz neu war die Sache ja nicht, denn die schon bekannte Vitamin A Säure Creme erfüllte ähnliche Forderungen, aber im Gegensatz zu ihr konnte die Zuckerrohrsäure auch während der Schwangerschaft und in der Sonne aufgetragen werden und zeigte auch ohne sichtbare Nebenwirkungen schon deutliche Erfolge.Faltencreme

Keine Frage, ein neuer Jungbrunnen war geboren. Weg mit der alten Haut, weg mit den Altersflecken und Falten, her mit der neuen Pfirsichglätte ! Und das ohne Operation, nur mit der Creme im Badezimmer!

Aber so einfach war es nicht, vorerst entstand einmal ein riesiges Kaos. Denn zur gleichen Zeit, als die Ärzte in den USA ihre ersten starken medizinischen Cremen vorstellten, begann auch die Kosmetikindustrie ihre Fruchtsäure – Pflegeprodukte zu vermarkten. Leider war für beide unterschiedlichen Produkte der Überbegriff „ Alpha-hydroxy-säure“, „AHA“, derselbe, so dass es zu unangenehmen Verwechslungen kam.

Die USA hatte noch ein zusätzliches Problem. Haben Sie jemals gehört, dass eine Amerikanerin den Strudelteig mit der Hand selber auszieht? Nein, sie kauft den fertigen Apfelstrudel aus der Tiefkühltruhe. Auch die amerikanischen Ärzte rezeptieren eigene Cremen kaum, sie halten sich mehr an Fertigprodukte, und die drugstores (amerikanische Apotheken, Drogerien) haben selten die Möglichkeit zum Mischen und Anfertigen. So hat es einige Zeit gebraucht, bis manche Ärzte ihre eigene Serie aufgebaut haben, oder von pharmazeutischen Firmen für Arzt und Apotheke Produkte angeboten wurden, die schwächer als die ärztlich rezeptierten, aber auch stärker als die kosmetischen waren. (sind auch in Österreich erhältlich)

Die Jungbrunnenanhänger, die in der Zwischenzeit keinen spezialisierten Arzt fanden, pilgerten zu den Parfümerien und waren von der minimalen Wirkung der AHA-Kosmetika enttäuscht.
Die Kosmetikgurus, die ohne ärztliche Beratung ein starkes medizinisches Produkt versuchen wollten, cremten die konzentrierte Glycolsäure unkontrolliert auf ihre Fältchen und waren entsetzt über die starken Nebenwirkungen.

Dieses Problem betraf die Österreicher nicht so sehr, da unsere Ärzte sehr gut rezeptieren, und unsere Apotheker alle Rezepte mischen und selber herstellen können. Trotzdem gab es weitere Verwechslungen durch die Angabe der Prozente. Die Kosmetikfirmen rühmten sich mit AHA - Cremen von 20-30 Prozent, die Ärzte empfahlen ihren Patienten zum Start nur 3-5 prozentige.
Wie denn das ?

Ganz einfach. Die Kosmetik verwendet Fruchtsäuren oder deren chemische Verwandte von z.B Apfelsäuren, Heidelbeer-, oder Zitronensäuren, die viel größere Moleküle besitzen und nicht so tief in die Haut eindringen können. So kommt eine 20 - 30 %ige Zitronensäure nie an die Wirkung einer „nur“ 3%gen Glycolsäure heran. Und steht einmal „30% Glycolsäure“ auf einer Packung, sagt das leider auch gar nichts aus. Sie könnte chemisch „gepuffert“ sein, und daher kaum eine Wirkung haben.

Und damit noch immer nicht Schluss mit den Verwechslungen. Zuckerrohrsäurekristalle sind mit Diamanten vergleichbar. Gott sei Dank nicht im Preis, oder der Härte, aber es gibt lupenreine, teure Kristalle, und weniger wertvolle, oder fertige Flüssigmischungen. Als wir die ersten Fernsehaufnahmen über Glycolsäure machten, bat ich den Apotheker um eine handvoll Kristalle, um sie im TV zu zeigen. Sie wurden mit einem eigenem Träger in einer blauen Glasschüssel in die Ordination geschickt, und der Bitte, nicht einen wertvollen Kristall zu verlieren.

So kam eines Tages ein Patient zu mir, der bereits ein paar Wochen starke AHA - Cremen verwendete. Die Haut sah unrein und sehr fleckig aus. Nachdem er auffallend wenig für seine Cremen bezahlt hatte, klärte sich der Irrtum auf. Er hatte statt Zuckerrohrsäure, die billige Zuckerrübensäure vom Lebensmittelmarkt in die Creme gemischt bekommen.

Aber langsam hat sich die Situation beruhigt, und die Patienten, die seit Beginn der Jungbrunnenära ihren Cremen regelmäßig verwenden, können ein Loblied darauf singen.
Denn wenn alle Faktoren stimmen, der aufgeklärte Patient seine Creme richtig und regelmäßig aufträgt, und diese vom Arzt immer leicht gesteigert wird, dankt es die Haut mit einem frischen, glatten und faltenfreieren Aussehen.

© Dr. Doris Grablowitz


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Dr. Doris Grablowitz - Prim. Dr. Viktor Grablowitz - Medizinisch Ästhetisches Zentrum Wien Kärnten - Seilerstätte 7 - III. Etage - 1010 Wien - Austria - Tel.: +43 1 512 91 92 - Fax: +43 1 512 90 92 - ordi.dg@grablowitz.at