Medizinisch Ästhetisches Zentrum Wien

 











Bodypeeling

Na, haben Sie während der Feiertage auch zu viel Schokolade, fetten Braten und Weihnachtsstollen gegessen, und ein paar Kilo zu viel auf der Waage? Dann würde ein Abspecken und eine innere Reinigung, am besten mit Tee und Zwieback für ein paar Tage, nicht schaden. Genauso dankbar wäre ihr Körper aber auch für wiederholte äußere Reinigungen. Damit will ich meinen Lesern nicht nahe legen, sich täglich zu waschen, sondern über die Möglichkeiten der medizinisch ästhetischen Reinigung, die „Bodypeelings“ aufklären.

Wenn man über “Chemical Peeling”. oder „Schälkuren“ liest, so denkt man fast immer an das Gesicht. Aber was ist mit dem arme Körper ? Gut versteckt unter dem Gewand wird er meistens sträflich vernachlässigt. Erst wenn der Sommer oder die Sonnenurlaube ins Land ziehen, werden Männer und Frauen unruhig, wenn sie an die „Reibeisenhaut“ der Oberarme, Altersflecken am Handrücken und Decollete, Alterswarzen am Rücken, an die trockenen, schuppenden Unterschenkel, oder rissige Fersenhaut denken. Und erst die dünne schlaffe Haut mit den vielen winzigen Fältchen am Oberarm und Oberschenkel! Wegen der kleinen abstehenden Warzen am Hals, die sich so schnell vermehren, und den derben Schwielen an den Fußsohlen wollte man ja schon längst einen Hautarzt aufsuchen, - aber immer kommt etwas Wichtigeres dazwischen. Body peeling

Wer hat denn bei so viel Stress schon Zeit, sich wie Kleopatra stundenlang in Esels- und Stutenmilch zu baden, und anschließend den Körper mit Nilsand einzureiben? Sie sollten sich die Zeit nehmen. Kleopatra nützte als moderne Vorreiterin den schälenden Effekt der Milchsäure und der mechanischen Reibung des Nilsandes aus, um eine glatte und pralle Körperhaut zu bekommen. Die Hofdamen des Mittelalters verzichteten auf die Eselsmilch, und rieben ihre Haut lieber mit Rotwein ab. Sie führten damit nichts anderes als ein Bodypeeling mit Weinsäure durch.

Ein paar meiner Feiertage verbrachte ich auf der Turracher Höhe. Weniger auf der Schipiste, als neugierig in der Wellness-Abteilung meines Hotels, wo die „Meisterin des Hamams“ meine Haut von oben bis unten mit einem rauen Ziegenhaar- Handschuh abrubbelte, und mir dabei erzählte, dass die Wurzeln dieses orientalischen Körperpeelings bis in das Jahr 724 zurückreichen.

Der Sinn jeder Körperschälung, ob vor 2000 Jahren oder in unserer Zeit, ist es, die alte, beschädigte Haut zu schälen, zu erneuern und durch die Entstehung von neuen Kollagenfasern (nur bei medizinischen Bodypeelings) wieder praller aufzudicken.

Kennen Sie leckeren Fisch im Salzmantel gebacken? So ähnlich wie der fertige Fisch aus der Salzkruste gelöst wird, schält man den Patienten nach dem Bodypeel aus seiner alten Haut oder den eingetrockneten Pasten. Die neue Haut am Körper soll frisch und glatt aussehen, die Auflagerungen und Sonnenflecken verschwunden sein, die dünne, spannungslose Haut soll durch die langsam entstehende neue Stützgewebsschicht wieder aufgefüllt werden. Sogar bestimmte oberflächliche Vorstadien von Hautkrebs am Körper, besonders an den stark sonnenbeschienenen Stellen, wie Decollete und Unterarmen, kann man mit Bodypeels - ohne Operationsmesser – entfernen.

Dazu werden vom Arzt einerseits ätzende Stoffe als Cremen, Pasten oder Flüssigkeiten (chemisches Peeling) aufgetragen, andererseits Geräte zum Abschleifen der Haut (mechanisches Peeling) benützt.

Bei einem auf Bodypeelings spezialisierten ästhetischen Arzt sieht es fast wie in einer Hexenküche aus. Verschiedenste Tiegel mit Pasten, unzählige Flaschen und Behälter in verschiedenen Größen und Farben müssen stets griffbereit sein. Je mehr Varianten der „Peeler“ anbieten kann, je mehr Essenzen in verschiedensten Konzentrationen und mechanische Schleifgeräte vorhanden sind, desto genauer kann auf die Wünsche des Patienten eingegangen werden. Hat dieser wenig Zeit, oder darf beruflich nicht ausfallen, werden im Abstand von 2-4 Wochen mehrere zarte Bodypeelings durchgeführt, die während des Alttags nicht als störend empfunden werden. Kann sich der Patient für 7-14 Tage zurückziehen, reichen meist 1-2 stärkere Peels aus, um die bestehenden Probleme zu beseitigen.

Vor dem besprochenen Bodypeeling wird der Patient auf Schälcremes eingestellt, mit der die Haut vorbehandelt wird. Die modernen Bodypeelings sind einerseits eine Kombination aus verschiedenen Säure-Essenzen und andererseits aus einem mechanischen Abschleifen der Haut mit Sand, rotierendem Schleifpapier, oder Messerchen. Oft werden beide Methoden während einer Sitzung mehrmals abwechselnd hintereinander angewendet.

Bei empfindlichen Patienten wird während der Behandlung das zarte Brennen der Haut mit kühlender Luft gelindert, in seltenen Fällen können auch Schmerztabletten gegeben werden. Eine Schlafnarkose ist in keinem Fall nötig, da die Körperpeelings wegen der Gefahr der Narbenbildung nie so stark wie z.B Gesichtspeelings durchgeführt werden dürfen.

Zuletzt wird vom Arzt noch eine Nachbehandlung mit speziellen Cremes und bei Bedarf starkem Sonnenschutz verordnet, damit das Resultat noch schöner, und die Haut zusätzlich geschützt wird.

© Dr. Doris Grablowitz

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